Faszinierend schön. Faszinierend vielseitig. Nordspanien im Überblick

Nordspanien besticht durch eine landschaftliche Schönheit und Vielfalt, die in Europa ihresgleichen sucht. Hier findet man gleichermaßen die zergliederte Felsküste des spanischen Atlantiks, die Hochgebirgslandschaften der westlichen Pyrenäen und des rund 470 Kilometer langen Kantabrischen Gebirges, die trockene Hochebene entlang des klassischen Jakobsweges und sogar mondähnliche Wüstenlandschaften im Nordosten. Die unberührte Landschaft präsentiert sich in zahlreichen Natur- und Nationalparks, darunter einige von der UNESCO geschützte Biosphärenreservate.

Das reizvolle Zusammenspiel von Meer und Hochgebirge, das sich in den Picos de Europa am eindrucksvollsten präsentiert, lädt z. B. im Frühjahr zum Skifahren und Wellenreiten ein. Alles an einem einzigen Tag? Kein Problem! Auch kulturell gibt es viel zu entdecken und zu bestaunen, ganze 12 UNESCO-Welterbestätten verteilen sich auf die verschiedenen Regionen.

Nordspanien unterteilt sich in sieben autonome Gemeinschaften:

Entlang der Atlantikküste erstecken sich das Baskenland, Kantabrien, Asturien und Galicien – das  grüne Spanien. Die Regionen Navarra, La Rioja sowie der nördliche Teil von Kastilien-León, die überraschend vielfältig sind, befinden sich im Landesinneren.

Baskenland – Landschaften voller Kontraste

„Man muss dies schöne Küstenland selbst gesehen haben, um sich einen Begriff von der … Lieblichkeit und Frische der Vegetation zu machen.“ Wilhelm von Humboldt

Surferstrände an der Steilküste und idyllische Berglandschaften, einsame Bergdörfer und moderne Metropolen, altertümliche Bräuche und avantgardistische Kunst – diese Kontraste sind typisch für das Baskenland, das mit einer Fläche von rund 7.200 km² die Pyrenäen an der spanisch-französischen Grenze mit dem Kantabrischen Gebirge verbindet. Die Küstenstadt San Sebastián lädt zum Flanieren und Staunen ein. Mit seinen wunderschönen Gebäuden aus der „Belle Epoque“ kann sich keiner dem Charme San Sebastians entziehen. Bilbao wiederum punktet als florierende  Metropole und Hauptstadt der Architektur und modernen Kunst. Die Verwandlung von der Industriestadt zur Kunstmetropole verdankt Bilbao v. a. dem Guggenheim-Museum – das Wahrzeichen der Stadt. Dort kann auch eine Schwebebrücke der besonderen Art, die Puente Colgante (UNESCO-Welterbe), bestaunt werden.

Reizvolle Landschaften gibt es in den Naturschutzgebieten Urdaibai und Urkiola sowie in der Grenzregion von Bizkaia zu Araba. Inmitten der Natur befindet sich der Bosque Pintado. In diesem Zauberwald verliert sich der Besucher in einer malerischen Idylle.

Die baskische Küche gilt vielen als die beste Spaniens, allen voran die „Pintxos“, die als kleine Kunstwerke der Haute Cuisine nicht nur Gourmets begeistern. Weitere lohnende Ziele sind die hübschen Küstenstädtchen Hondarribia und Bermeo, der Hafen und Mausfelsen von Getaria, die Flysch-Route im Geopark, die „Heilige Stadt der Basken“ Gernika sowie die Kapelle San Juan de Gaztelugatxe, die sich spektakulär über dem Atlantik erhebt.

Kantabrien – Traumstrände und Hochgebirge

Das ungewöhnliche Zusammenspiel von Meer und Hochgebirge prägt die Landschaft Kantabriens auf faszinierende Weise. Über 200 Kilometer lange Küsten, Traumstrände und raue Felsklippen bilden einen malerischen Kontrast zum bergigen Hinterland. Dort zeichnen Hügel, Flusstäler und Almen, Wälder, Wiesen, Schaf- und Rinderherden das charakteristische Bild. Mit der Seilbahn von Fuente Dé gelangt man innerhalb von wenigen Minuten in die alpinen Regionen der Picos de Europa auf 1.850 Metern Höhe. Imposante Berggipfel wie die die Peña Vieja (2.618 m) bilden eine spektakuläre Hochgebirgskulisse, der Fernblick von der fast frei schwebenden Aussichtsplattform ist atemberaubend schön.

Weitere landschaftliche Highlights sind das ebenfalls hochalpine Gebiet des Alto Campóo, die Dünenstrände von Liencres sowie der Ebro-Stausee. Kulturelle Akzente setzen historische Orte wie Castro Urdiales, Santillana del Mar, San Vicente de la Barquera und nicht zuletzt die mondäne Hauptstadt Santander, die einst Sommerresidenz des spanischen Königs war.

Ein architektonisches Meisterwerk hat Antoni Gaudí mit „El Capricho“ geschaffen, welches im hübschen Städtchen Comillas bestaunt werden darf. Bemerkenswert sind auch die 6.500 dokumentierten Höhlen, von denen einige zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden. Von Weltruhm sind die altsteinzeitlichen Malereien in der Höhle von Altamira, die von Experten als „Sixtinische Kapelle der Steinzeit“ beschrieben wird.

Asturien – Das Naturparadies

In Asturien liegen die Wurzeln Spaniens: Die berühmte Schlacht von Covadonga im 8. Jahrhundert leitete die Rückeroberung (Reconquista) des Landes von den Mauren ein. Mit einer Fläche von 10.604 km² ist Asturien in etwa zweimal so groß wie sein östlicher Nachbar Kantabrien. Und auch hier komponieren das Meer und die Berge idyllische Bilder. Weniger Kilometer hinter der Küste eröffnet sich eine grandiose Bergwelt, deren höchste Gipfel über 2.600 Meter erreichen.

Asturien gilt zu Recht als Naturparadies, rund ein Drittel der Landesfläche steht unter Naturschutz, darunter befinden sich sechs Biosphärenreservate der UNESCO. Die teils unberührte Landschaft ist Heimat von Braunbären, Hirschen, Gämsen und Wildschweinen. Bei so viel Natur ist es deshalb nicht verwunderlich, dass der Aktivtourismus hier extrem populär ist, die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Wanderungen bei den legendären Seen von Covadonga, durch die Cares-Schlucht, oder im Naturpark Somiedo sind ein Muss für jeden Aktivurlauber und Naturliebhaber.

Es gibt aber noch viel mehr zu entdecken: präromanische Kirchen bei Oviedo (UNESCO-Welterbe), Dinosaurierspuren, Tropfsteinhöhlen, Skigebiete, spektakuläre Geysire, Bilderbuch-Strände und pittoreske Fischerstädtchen wie Lastres, Cudillero, oder Luarca. Nicht zu vergessen die gastronomischen Highlights wie der Apfelwein „Sidra“, der „Fabada-Eintopf“ oder der berühmte Käse aus Cabrales. Der Besucher kommt schnell zu dem Schluss: Asturien ist eine Region, die keine Wünsche offen lässt.

Galicien – Land am Ende der Welt

Die knapp 30.000 km² große Region liegt im westlichsten Teil der spanischen Atlantikküste und gleicht einer Symphonie in Grün. Die Küste, die sich über gut 1.600 Kilometer erstreckt und durch fjordähnliche, tief eingeschnittene Flussmündungen (Rías) charakterisiert ist, kann vielseitiger nicht sein. Lange Strände wechseln sich ab mit Klippen, menschenleeren Landstrichen folgen kleine Fischerstädtchen, die Landschaft variiert zwischen lieblich und schroff. Wer das wahre Galicien kennenlernen möchte, sollte sich also nicht mit dem legendären Jakobsweg und Santiago de Compostela begnügen.

Gleich hinter der asturischen Grenze darf man das erste Highlight bewundern: die Praia As Catedrais, ein spektakulärer Strand, deren Gesteinsformationen an die Schiffe gotischer Kathedralen erinnern. Wussten Sie außerdem, dass der karibisch anmutende Strand Praia das Rodas, der im Nationalpark Islas Atlánticas liegt, vor einigen Jahren von der britischen Zeitung „The Guardian“ zum schönsten Strand der Welt gewählt wurde? Oder, dass die Serra de Capelada mit den höchsten Klippen Kontinentaleuropas aufwartet?

Kulinarisch ist insbesondere der „Pulpo a la Gallega“ zu empfehlen. Weinliebhaber sollten unbedingt den Albariño kosten, der in Galicien angebaut wird und zu den besten Weißweinen Spaniens zählt. Auch kulturell gibt es viel zu entdecken, dazu gehören u.a. die römische Stadtmauer in Lugo, der Herkulesturm in A Coruña sowie die Altstadt von Santiago de Compostela mit ihrer beeindruckenden Kathedrale – allesamt zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Kastilien-León – Hochebene am Jakobsweg

Das Herz Spaniens: Keine andere Region prägte die Geschichte des Landes, wie Kastilien. Mit einer Gesamtfläche von knapp 95.000 km² repräsentiert sie die größte aller Autonomen Gemeinschaften Spaniens. Deshalb eine kleine Anmerkung vorweg: Pelayo Tours bietet lediglich Reisen im nördlichen Teil von Kastilien-León an, dem Gebiet um den klassischen Jakobsweg; folglich wird hier nur dieses Teilgebiet beschrieben.

Vom kastilischen Anteil am Kantabrischen Gebirge einmal abgesehen, zeigt die Landschaft ein ganz anderes Gesicht, als die zuvor beschriebenen Regionen am Atlantik. Wer schier endlos scheinende Hochebenen mit sanft geschwungenen Hügeln liebt, dazu Steindörfer und imposante mittelalterliche Sakralbauten, wird diese Region besonders schätzen. Äußerst interessant sind die vielen zu besichtigenden Burgen, die an vergangene kriegerische Zeiten erinnern. Gigantische Getreide- und Sonnenblumenfelder erstrecken sich bis zum Horizont. Gerade die oft eintönig wirkende Szenerie übt ihren ganz besonderen Reiz aus, so sind beispielsweise kastilische Sonnenuntergänge in ihren zartgelben bis tiefblauen Farben ein wahrlich optischer Genuss.

Entlang des Jakobswegs gibt es zahlreiche sehenswerte Ziele, hier eine Auswahl: der Altstadtkern von Burgos mit seiner beeindruckenden gotischen Kathedrale (UNESCO-Welterbe), der malerische Ort Covarrubias , die frühgotische Kathedrale von León, der Ort Astorga mit seinem von Gaudí erbauten Bischofspalast, die Templerburg von Ponferrada sowie das spektakuläre römische Goldminengebiet Las Médulas (UNESCO-Welterbe).

La Rioja – Spaniens Weingarten

Eingekesselt zwischen dem Kantabrischen Gebirge im Norden und der Sierra de la Demanda im Süden, herrschen in La Rioja ideale klimatische Bedingungen. Die damit einhergehende lange Tradition im Weinbau hat der Region zu Weltruhm verholfen, vielerorts laden sogenannte Bodegas zur Weinverkostung ein. Rund ein Drittel aller spanischen Weinproduzenten sind hier ansässig.

Tatsächlich hat die zweitkleinste Autonome Gemeinschaft Spaniens nicht nur Weinliebhabern etwas zu bieten. Auch Aktivurlauber, die sportliche Herausforderungen suchen, kommen inmitten herrlicher Landschaften auf ihre Kosten. Im Iberischen Gebirge, wo der höchste Gipfel „San Lorenzo“ 2.271 Meter in den Himmel ragt, befindet sich sogar ein hübsches Skigebiet. Weiterhin machen mittelalterliche Klöster und sogar bedeutende Dinosaurierspuren die Region zu einem Erlebnis.

Der Französische Jakobsweg spielt auch in La Rioja mit einigen sehr sehenswerten Orten eine Hauptrolle, darunter Navarrete, Nájera und Santo Domingo de la Calzada. Lohnenswert ist auch ein kurzer Abstecher zu den Klöstern San Millán de Yuso und de Suso, die beide zum UNESCO-Welterbe deklariert wurden.

Navarra – Die Pyrenäen vor der Haustür

Die schöne Landschaft ist sicherlich die Hauptattraktion dieser Region, damit sind in erster Linie die Täler der Pyrenäenregion gemeint. Navarra grenzt im Nordosten an Frankreich, im Südosten an Aragón, im Südwesten an La Rioja und im Nordwesten an das Baskenland. In historischer, gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht fühlt sich Navarra dem Baskenland stark verbunden. Dies zeigt sich u. a. darin, dass besonders im Norden neben spanisch auch baskisch gesprochen wird. Zudem genießen die Navarresen einen Lebensstandard, der zu den höchsten in ganz Spanien zählt.

Die Region zwischen Pyrenäen und Ebro präsentiert sich landschaftlich sehr abwechslungsreich, im Norden üppig grün und reich an Wäldern, im Süden eher flach und trocken. Wie aus einer anderen Welt wirkt die Wüstenlandschaft der Bárdenas Reales (UNESCO-Biosphärenreservat), die mit ihren bizarren Felsformationen durchaus als Westernkulisse herhalten könnte. Auch kulturell ist in Navarra, wo die aus Frankreich kommenden Jakobswege zusammenlaufen, einiges geboten. Schöne Orte wie Estella, Olite und Puente la Reina sind Zeitzeugen der spanischen Geschichte.

Das wichtigste Fest der Region, das alljährlich in Pamplona stattfindet und Touristen aus aller Welt lockt, sind die „Fiestas de San Fermín“. Kein Geringerer als Hemingway hat das Spektakel um das Stiertreiben in seinem Roman „Fiesta“ verewigt und damit schlagartig weltberühmt gemacht. Aber auch außerhalb der Fiestas ist Pamplona, insbesondere seine Altstadt, ein lohnendes Ziel für Nordspanien-Reisende.

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